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In den vergangenen 60 Jahren hat die Natur sich die Ruinen des ehemaligen Westwalls zurückerobert. Mittlerweile haben die Bauwerke und Ruinen eine große Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt.
Die Bunkeranlagen des ehemaligen Westwalls wurden wegen des massiven Betons vor allen Nutzansprüchen bewahr. In vielen Fällen gab es jahrelang keinerlei menschliche Eingriffe. Die Ruinen sind mit seltenen Moosen und Flechten bewachsen und beheimaten Gräser, Kräuter, Sträucher oder Bäume. Sie bilden ökologische Nischen, die in der heutigen Kulturlandschaft immer seltener werden und zunehmend an Bedeutung gewinnen. Besonders in Gebieten die stark land- oder forstwirtschaftlich geprägt sind, spielen die ehemaligen Bunker eine wichtige Rolle als Lebens- und Rückzugsraum für Tiere. Tiere finden in den mit vielfältigen Lebensräumen ausgestatteten Ruinen das ganze Jahr über Nahrung, Schutz und Fortpflanzungsmöglichkeiten. Die Ruinen werden als Ausweichquartier genutzt, da natürliche Felsformationen zunehmend durch den Tourismus und Kletterer in Anspruch genommen werden.
Viele Wildtiere suchen Unterschlupf in den felsenähnlichen Strukturen der Ruinen. Sie bieten Rückzugs- und Deckungsfläche für Groß- und Kleinsäuger wie Fuchs, Dachs, Siebenschläfer, Haselmaus, Reh, Marder und vor allem die stark gefährdete Wildkatze.
Auf glatten unbewachsenen Betonflächen können sich Zaun- und Mauereidechsen aufwärmen.
Es bestehen zahlreiche Nist- und Brutmöglichkeiten für Baum- und Heckenbrüter. Man findet Neuntöter, Steinschmätzer, Rotschwanz, Zaunkönig und das gefährdete Braunkehlchen.

Bunkerruine (Foto: Simone Schneider)
Bunkerruine (Foto: Simone Schneider)


Zahlreiche Käferarten treten an den Bunkeranlagen auf. Des Weiteren wurden in den Westwallanlagen, in denen es dauerhafte Wasserflächen gibt, Fische und Amphibien wie Kröten, Molche und Frösche nachgewiesen. Sowohl Insekten, Spinnen und Fledermäuse, als auch Feuersalamander, Frösche und Bergmolche nutzen die frostfreien Hohlräume als Winterquartier. In den Stollen haben sich Fledermäuse angesiedelt. Von Vorteil sind hier die konstanten Temperaturen und dass kein Frost eindringt.

Besonders für Moose und Flechten die normalerweise Kalkfelsen besiedeln, bietet sich der kalk- und phosphathaltige Beton der Trümmer als Ersatzlebensraum an. Des Weiteren dienen Weichhölzer und seltene Gehölzarten als Nahrungsgrundlage für Schmetterlinge und andere Insekten. Die ehemaligen Bunkeranlagen werden von den verschiedenen Tieren regelmäßig aufgesucht, dienen als Kommunikationszentrum und bilden Initialflächen zur Wiederbesiedlung von Lebensräumen. Durch die weitgehende Ungestörtheit sind Refugien für viele seltene und bedrohte Tiere und Pflanzen entstanden, die als Trittseinbiotope einen erheblichen Beitrag zum Artenschutz leisten.

Wildkatzen (Foto: Hans-Martin Braun)

Wildkatze
Die Wildkatze zählt zu den seltensten Säugetieren in Mitteleuropa. Die ehemaligen Bunkeranlagen dienen ihr häufig als Ersatzlebensraum, da im Umfeld natürliche Unterschlüpfe wie beispielsweise alte Bäume und natürliche Höhlen fehlen. Sie findet hier witterungsgeschützte, trockene Ruheplätze und eine hohe Mäusedichte. Vor allem als Wurfplätze sind die Bunker von Bedeutung und ein fester Bestandteil des Lebensraumes der Wildkatze. Im Sinne des Art. 12 der FFH-Richtlinie sind Bunker als Fortpflanzungs- und Ruhestätte der Wildkatze einzustufen. Die Wildkatze ist durch wichtige internationale Abkommen, wie dem Washingtoner Artenschutzabkommen (1973), der Berner Konvention (1979) und der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (1992, FFH-Anhang IV) streng geschützt. Sie wird in der Roten Liste Deutschlands als gefährdet eingestuft.
Weitere Informationen zur Wildkatze unter www.wildkatze-rlp.de.

Fledermaus (Foto: Andreas Kiefer)

Fledermäuse
Fledermäuse sind die einzigen fliegenden Säugetiere der Erde. Alle in Deutschland vorkommenden Fledermausarten stehen auf der Roten Liste. In den Bunkerruinen des Westwalls konnten bereits zahlreiche Fledermäuse nachgewiesen werden. Mindestens 10 Fledermausarten nutzen die Bunker, darunter sind Zwergfledermäuse, Breitflügelfledermäuse, Große Mausohren und Teichfledermäuse. Fledermäuse sind nachtaktiv und suchen über Tag Unterschlupf in den Hohlräumen der Ruinen. Da es an unterirdischen Hohlräumen mangelt, werden vor allem die größeren frostfreien Hohlräume mit ausreichend Versteckmöglichkeiten als Überwinterungsquartier genutzt. In der Winterstarre sind Fledermäuse sehr störanfällig, deshalb ist es wichtig dass ihre Quartiere geschützt werden. Auch Fledermäuse sind durch die FFH-Richtlinie geschützt.

 



Tiermonitoring an Bunkerruinen

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Fernsehbeitrag "Grüner Wall im Westen"

Beitrag über das Projekt GWIW in der Sendung "Im Grünen", SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz am 02.11.2010.

Der Grüne Wall im Westen - Bunker als ökologischer Schatz

Von Uli Paulus. (ca 4:30 min)

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