In den vergangenen 60 Jahren hat die Natur sich die Ruinen des ehemaligen Westwalls zurückerobert. Mittlerweile haben die Bauwerke und Ruinen eine große Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt.
Die Bunkeranlagen des ehemaligen Westwalls wurden wegen des massiven Betons vor allen Nutzansprüchen bewahr. In vielen Fällen gab es jahrelang keinerlei menschliche Eingriffe. Die Ruinen sind mit seltenen Moosen und Flechten bewachsen und beheimaten Gräser, Kräuter, Sträucher oder Bäume. Sie bilden ökologische Nischen, die in der heutigen Kulturlandschaft immer seltener werden und zunehmend an Bedeutung gewinnen. Besonders in Gebieten die stark land- oder forstwirtschaftlich geprägt sind, spielen die ehemaligen Bunker eine wichtige Rolle als Lebens- und Rückzugsraum für Tiere. Tiere finden in den mit vielfältigen Lebensräumen ausgestatteten Ruinen das ganze Jahr über Nahrung, Schutz und Fortpflanzungsmöglichkeiten. Die Ruinen werden als Ausweichquartier genutzt, da natürliche Felsformationen zunehmend durch den Tourismus und Kletterer in Anspruch genommen werden.
Viele Wildtiere suchen Unterschlupf in den felsenähnlichen Strukturen der Ruinen. Sie bieten Rückzugs- und Deckungsfläche für Groß- und Kleinsäuger wie Fuchs, Dachs, Siebenschläfer, Haselmaus, Reh, Marder und vor allem die stark gefährdete Wildkatze.
Auf glatten unbewachsenen Betonflächen können sich Zaun- und Mauereidechsen aufwärmen.
Es bestehen zahlreiche Nist- und Brutmöglichkeiten für Baum- und Heckenbrüter. Man findet Neuntöter, Steinschmätzer, Rotschwanz, Zaunkönig und das gefährdete Braunkehlchen.