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Bunkerruine (Foto: Simone Schneider)

Die Besonderheit der Bunkerruinen ist die Bereitstellung einer Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume auf kleinster Fläche. Mit einem Wechsel von kleinen trockenen und feuchten Hohlräumen, schattigen Spalten, schrägen sonnigen Wänden und kleinen Wasseransammlungen haben sie einen hohen ökologischen Wert. Sie bieten Schutz, Nahrung und Fortpflanzungsmöglichkeiten für eine Reihe von Insekten, Reptilien, Vögeln und Kleinsäugern. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Zerstörungsgrade der Bunker ist heute jede Ruine ein Unikat und hat ihre individuellen Strukturen und Klimabedingungen. Besonders teilweise und stark gesprengte Bunker haben wegen ihrer hohen Strukturvielfalt und Standortdiversität ein hohes naturschutzfachliches Potenzial. In diesen Bunkerruinen findet man häufiger wildlebende Tiere als in vollständig erhaltenen, übererdeten oder zertrümmerten Bunkern. Mit ihren unterschiedlichen Baumarten, Wuchsformen und dem Vorhandensein von Totholz weisen die Bunkerruinen vor allem im Vergleich zu ihrem Umland eine sehr hohe Strukturdiversität auf. Sie gleichen den Mangel an natürlichen Höhlen aus und bieten Schutz. Durch diese Diversität treten in den Bunkerruinen beispielsweise besser geeignete Strukturen für Wildtiere auf, als in den strukturarmen Wäldern der Umgebung. Durch die Zerstörung der Bunker werden die unterschiedlichsten ökologischen Bedingungen mit ihren vielfältigen Lebensräumen vernichtet. Bei teilweiser Übererdung bleibt zwar durch kleine Zugänge der Lebensraum für Tiere bestehen, der für Pflanzen geht jedoch verloren. Bei der Übererdung kommt es somit zu einem Verlust der Standortdiversität. Eine Studie über 2 Bunkerruinen in Baden-Württemberg hat ein hohes Artenaufkommen bewiesen. In den beiden Anlagen wurden 119 Käferarten gezählt, im Umland nur 49. Von insgesamt 125 Arten traten 6 nur in der Umgebung auf, 76 nur in den Bunkeranlagen. Hieran wird deutlich, dass Bunkerruinen die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt im Grenzgebiet erhöhen und unbedingt geschützt werden müssen.

Welche Standortfaktoren machen Bunker so interessant?

  • schützende Hohlräume
  • trockene Liegeplätze
  • Sichtschutz
  • Unzugänglichkeit
  • keine Nutzungseinflüsse
  • kalkhaltige (basische) Substrate
  • hohe Strukturvielfalt
  • kleinstandörtlicher Wechsel (Trophie, Mikroklima, Substrat)
Höckerlinie (Foto: Simone Schneider)

Wie bei den Bunkerruinen findet auch innerhalb der Höckerlinie ein kleinräumiger Wechsel zwischen verschiedenen Lebensräumen mit unterschiedlichen Standortbedingungen statt. Auf kleinem Raum gibt es Übergänge von nassen zu trockenen, schattigen zu sonnigen und bewachsenen zu unbewachsenen Bereichen. Werden die Drachenzähne tagsüber von der Sonne beschienen, speichern sie die Wärme und geben diese im Laufe der Nacht langsam wieder ab. Viele Pflanzen (Kräuter, Gräser, Sträucher, Bäume), teilweise sogar Arten der Roten Liste haben sich an den ehemaligen Panzersperren angesiedelt. Aber auch für Tiere bietet die Höckerlinie ein Rückzugsgebiet. Anziehungspunkt für Spinnen, Insekten, Schnecken und Kleinsäuger (Hase, Igel) ist das umfangreiche pflanzliche Nahrungsangebot. Diese bilden wiederum die Nahrungsgrundlage von Vögeln, für die geeignete Brutplätze vorhanden sind. Unter anderem wurden seltene Arten wie Braunkehlchen, Neuntöter und Feldschwirl nachgewiesen.



Tiermonitoring an Bunkerruinen

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Fernsehbeitrag "Grüner Wall im Westen"

Beitrag über das Projekt GWIW in der Sendung "Im Grünen", SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz am 02.11.2010.

Der Grüne Wall im Westen - Bunker als ökologischer Schatz

Von Uli Paulus. (ca 4:30 min)

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