Am Sonntag, 21.08.2011, fand die große naturkundliche und geschichtliche BUNDexkursion am ehemaligen Westwall mit ca. 70 TeilnehmerInnen statt. Bei strahlendem Sonnenschein konnten das wunderschöne Ourtal mit einigen seiner zahlreichen Bunkerruinen des ehemaligen Westwall erkundet werden. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Bunkerruinen zu wertvollen Lebensräumen für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Die besichtigten Bunkerruinen präsentierten sich mit ihren zerklüfteten, dicht bewachsenen und felsenähnlichen Strukturen als hervorragender Unterschlupf für Wildtiere. Die alten Befestigungsanlagen sind zu echten Ersatzlebensräumen geworden. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht bilden sie eine Kette kleiner Biotopinseln, die die Landschaft durchziehen und gleichzeitig Gewässerläufe, Waldränder und Wiesen miteinander verbinden.
Die Führung wurde von Dr. Simone Schneider, Projektleiterin des BUND-Projekts „Grüner Wall im Westen“, und von Patrice Wijnands, Aktiver des Verein zur Erhaltung der Westwall-Anlagen (VEWA e. V.), geleitet. Dr. Schneider gab einen Einblick in das BUND-Projekt und informierte über die Bedeutung der Bunkerruinen als Lebensraum für zahlreichen Tier- und Pflanzenarten. Außerdem berichtete sie über ein aktuelles Tiermonitoring-Projekt an den Bunkerruinen. Ehrenamtliche des BUND konnten mit Hilfe von Fotofallen bereits zahlreiche Tiere wie z.B. Wildkatzen, Dachse, Marder, Füchse und viele Vögel an den Ruinen aufzeichnen.
Einen Einblick in die Entstehung der Westwallanlagen, sowie die bautechnischen Grundlagen und Besonderheiten gab Patrice Wijnands, der sich bereits seit der Schulzeit für die Dokumentation und den Erhalt des ehemaligen Westwalls engagiert.
Ein großes Dankeschön geht an den Förderverein Alt-Roth e. V. für das Freischneiden der Wege zu den Bunkerruinen. Der Verein setzt sich seit vielen Jahren für den Erhalt der Bunkeranlagen um Roth an der Our ein.